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Samstag, 10. mai 2008

Toll, diese Frau Merkel. Sie hat in ihrer Videobotschaft, mit der sie regelmäßig die Republik quält dem Kampftrinken bzw. Kampftrinkern den Kampf angesagt. Dies stellt eine populistische Reaktion auf eine vor kurzem veröffentlichte Studie auf, die aufweist, dass die Jugendlichen zwar weniger rauchen, aber mehr saufen, als in den vergangenen Jahren. Sicherlich eine bedenkenswerte Entwicklung, der allerdings mit mehr Tiefe als den leeren Worthüllen, die die Kanzlerin absondert, zu begegnen ist. Neue Gesetze wolle sie dieser Entwicklung aber nicht entgegenstellen. Genau das, wäre aber mal sinnvoll. Ich bin ein Gegner übermäßiger Gesetzgebung und fordere da auch eine Kombination aus einer neuen, strikten Gesetzgebung, aber auch einer gesellschaftlichen Debatte darüber, was Alkohol für einen Stellenwert bei uns einnimmt. 

Es vergeht keine Party, kein Volksfest oder andere gesellschaftliche Anlässe ohne den Genuss von exorbitant viel Alkohol seitens Erwachsenen. Kindern wird von kleinauf schon deutlich gemacht, dass zu einem "lustigen Rahmen" auch Alkohol gehört und die Mama erst nach dem 5. Glas Schnaps ausgelassen tanzen kann, während sie vorher von ihren Neurosen geschüttelt den Arsch nicht hoch bekommt. Kindern wird von Anfang an vorgelebt, dass Alkohol etwas tolles ist, mit dem man gelöster und lockerer bestimmte Anlässe gestalten kann. Der Genuss von Alkohol ist so alltäglich, dass die Kinder selbstverständlich mehr dazu greifen, als dies noch vor Jahren der Fall war. Aufgrund gesellschaftlicher Entwicklung (teils mangelnde Perspektiven für Jugendliche) wird solche eine Entwicklung nur forciert. Vorbildlich wäre es, wenn alles dafür getan würde, Menschen in ihrem Ich zu stärken. Wer 6 Bier braucht, um eine Frau anzusprechen, ist nicht stark. Im Gegenteil...

In Deutschland gibt es die Regelung, dass Wirte keinen Alkohol mehr an Betrunkene ausschenken dürfen. Dies sollte strikter überwacht werden, anstatt sich populistisch auf die Raucher zu stürzen. Ich habe noch nie gehört, dass exzessives Rauchen zu schweren Autounfällen nach Disco-Besuchen oder ähnlichen Anlässen führt. Raucher werden reglementiert bis zum Anschlag, während weiter hemmungslos gesofffen werden darf und kann. Des Weiteren spreche ich mich für ein Verbot von Flatrate-Saufen aus bzw. diese erst für Personen ab 18 Jahren einzuführen. Diese forcieren bestimmte Verhaltensweisen nur, zumal der Geldbeutel eines 16jährigen diese Anlässe doppelt interessant macht. 

Es ist wichtig, dass Jugendliche den adäquaten Umgang mit Alkohol lernen. Dazu gehört es sicherlich auch mal zu übertreiben, um die Grenzen des Konsums zu sehen, allerdings ist eher eine größer werdende Grenzenlosigkeit zu beobachten. Das liegt nicht an den Jugendlichen, sondern an der Exzessivität, in jeder Hinsicht, unserer heutigen Gesellschaft...

 Wieso will "Titten Angie" eigentlich keine neuen Gesetze schaffen, während der Staat sonst so viel in die Intimssphäre der Bürgerinnen und Bürger eingreift?

Ganz einfach: Lobbyismus allez...

von PWAustin316 veröffentlicht in: Politik und Gesellschaft Community: Lebensalltag
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