Tuesday, 4. january 2011 2 04 /01 /Jan. /2011 23:20

Hier geht es weiter. Aus verschiedenen Gründen vollziehe ich diesen Wechsel. Overblog ist eine tolle Plattform, allerdings ist dies meine Entscheidung, die ich nicht ausführlich kommentieren möchte. Das Blog hier wird zu gegebener Zeit dann auch ganz gelöscht. 

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Ankündigungen
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Monday, 27. december 2010 1 27 /12 /Dez. /2010 23:13

Nachfolgendes Lied unterstreicht meine Gedanken zum WM-Hype, der Aktion "Du bist Deutschland", dem Nationen-Begriff und Chauvinismus, der hierzulande gelebt wird...

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Gesellschaft - Community: Alltagswahnsinn
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Tuesday, 14. december 2010 2 14 /12 /Dez. /2010 20:08

Wie hat Franz Josef Wagner so schön in einem seiner letzten Briefe geschrieben (sinngemäß bezogen auf den versuchten Anschlag in Schweden)? Das Böse habe uns erreicht.

Davon mal abgesehen, dass diese Einteilung in "Gut und Böse" nicht mal im Ansatz den Kern der weltweiten Konflikte trifft und doch eher Kategorien sind, die Menschen im Alter zwischen 6 und 13 Jahren verwenden, ist der Besuch von unserem Politiker-Darsteller (aka Verteidigungsminister) und seinem pseudomoralischen Anhängsel eine ekelhafte Inszenierung, die zudem noch von den Medien, zumindest meinungsstarken Medien, protegiert und gepusht wird. 

Ein Medienvertreter rückt von und zu Guttenberg ins rechte Licht: Johannes Baptist Kerner, der Stichwort-Interviews salonfähig gemacht hat. Diese Haltung gepaart mit dem Habitus des Verteidigunsministers ist Propaganda für einen Krieg und Propaganda für kommende Konflikte. Es sei ja offen und ohne Verklemmungen zu sagen, dass die wirschaftlichen Interessen Deutschlands abgesichert sein müssen.

Dass Ken seine Barbie mit nach Afghanistan genommen hat, finde ich wenig problematisch. Ken und Barbie können auch gerne dorthin auswandern. Was problematisch ist, sind die unkritischen Verbindungen zwischen Medien und Politik. Hier wird ein Paar zu Kanzler und First Lady hochgeschrieben. Ein Politiker, der schlussendlich Konflikte aus bestimmten Interessenlagen heraus, ergo aus dem Wunsch heraus Reichtum zu Lasten Dritter zu erhalten, disqualifiziert sich vollständig bestimmte Ämter auszuführen. Die Propaganda-Maschine funktioniert allerdings, wie Umfragen beweisen: Guttenberg ist beliebt und wird nicht gerade von wenigen Wählerinnen und Wählern als kommender Träger höherer Ämter gesehen. Der Adel wird wieder hofiert. Aus der Geschichte wurde nicht gelernt... 

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Gesellschaft - Community: Alltagswahnsinn
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Thursday, 9. december 2010 4 09 /12 /Dez. /2010 20:21

Eine Debatte über den Quotenkrieg im Fernsehen anhand der letzten klassischen Samstag-Abend-Show "Wetten, dass..." zu und dem Moderator Thomas Gottschalk zu führen, ist an Niveaulosigkeit und Heuchelei kaum zu überbieten. Diese Show existiert seit knapp 30 Jahren und trotz vieler spektakulärer Wetten ist bisher kein größerer Unfall passiert. Richtig ist es, dass die Sicherheitsbedingungen nach diesem Vorfall angepasst werden, allerdings ist dieser tragische Unfall kein Symptom einer amoralischen Medienwelt, die nur nach Geld strebt. Vielmehr ist dieser ein singuläres Ereignis, das von der erwartbaren Norm abweicht. 

Schauen wir uns doch mal an, was parallel zur Gottschalk-Show auf RTL ausgestrahlt wurde: Eine Show mit Dieter Bohlen. Shows mit Dieter Bohlen sind hinsichtlich Ihrer Inszenierung und hinsichtlich des Habitus der Moderatoren selten dämlich. Die Reaktionen des Publikums werden vorgegeben, die Shows miserabel zusammengeschnitten und jede Spontaneität ist in Wahrheit unzählige Male geprobt. Das wäre nicht mal so schlimm, wenn es nicht so offenkundig wäre. Blöderweise merkt dies die Masse der Menschen gar nicht. Es wird in vielen Runden, Freundeskreisen und WGs eifrig diskutiert, mitgefiebert und die Daumen gedrückt. Jetzt könnte man sagen: Und du guckst Wrestling...Das ist richtig. Auch hier sehen wir eine von A bis Z inszenierte Show, allerdings wird nicht der Schein der Authentizität erweckt. Selbst wenn die Telefonabstimmungen des Publikums bei DSDS und dem Supertalent echt wären oder gar sind, so wird die Sendung so aufgebaut, dass ein bestimmter Favorit, nämlich die Kuh, die man am besten melken kann, am Ende des Tages gewinnt. Die Art, wie diese Shows aufgebaut sind, stellt eigentlich eine Beleidigung für die Intelligenz der Zuseher da. Oder auch nicht...

Sendeformate mit Dieter Bohlen resp. deren Staffeln starten immer damit, dass es zahlreiche Ausgaben gibt, in denen sich Menschen zum Spott vor Millionen Menschen machen. Gerne wird gesagt, dass diese Menschen die heutige Medienwelt durchschauen und sich der Konsequenz ihres Auftrittes bewusst sind (ihnen zudem die freie Wahl bliebe) Das ist die Form von liberaler Denkweise, die nur als Deckmantel fungiert, um eine spottende Inszenierung möglich zu machen. Es gibt ja auch Vorstellung, dass jeder seines Glückes Schmied sei, was schnell mal alle gesellschaftlichen, politischen und strukturellen Einschränkungen negiert. Es ist ja leichter zu denken, dass der Drogenabhängige selbst an seiner Situation Schuld sei und er immer die freie Wahl hatte, anstatt sich mal intensiv mit kollektiven und individuellen Biographien auseinander zu setzen.

Amoralische Handlungsweise im Rahmen von Fernsehformaten im Kampf um die Quote beginnen an der Stelle, an der Menschen zur allgemeinen Belustigung bloßgestellt werden. Diese Debatte muss ergo nicht mal anhand von Bohlen, sondern anhand eines Mediensystems geführt werden, das sich zur Hure des Geldes macht und anhand einer Gesellschaft, die unreflektiert in die Hände klatscht, wenn sich die Erna mit dicken Titten und schiefer Stimme bei RTL "lustige" Beschimpfungen von Dieter B. anhören muss... 

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Medien - Community: Was Menschen bewegt
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Wednesday, 1. december 2010 3 01 /12 /Dez. /2010 21:38
von PWAustin316 - veröffentlicht in: Gesellschaft - Community: Was Menschen bewegt
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Wednesday, 1. december 2010 3 01 /12 /Dez. /2010 20:58
von PWAustin316 - veröffentlicht in: Gesellschaft - Community: Was Menschen bewegt
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Wednesday, 1. december 2010 3 01 /12 /Dez. /2010 20:55

Was derzeit in Politik, Gesellschaft und Journalismus passiert, ist schon wahnsinnig bunt. Erst die Luftnummer mit den Terroranschlägen, die von den Mainstream-Medien kritiklos angenommen wurde und in vielen Medien zu Kampagnen pro Freiheits-Abbau geführt hat. Ich erinnere da nur an den Kommentar von Rainald Becker (SWR) in den Tagesthemen vor einigen Wochen, der die FDP und andere „Datenschützer“ dazu aufgefordert hat ihre Vorstellungen diesbezüglich über Bord zu werfen. Es sei eine Gesetzgebung wie in den USA vonnöten. So seien schon viele Erkenntnisse über Terroristen, Anschlagsziele und Planungen bekannt geworden. „Wer das nicht will, kann sich ja zu Hause hinter dem Ofen verkriechen.“ Nein, Herr Becker, das mache ich nicht. Auch nicht nach den ersten Anschlägen, die mit Sicherheit irgendwann mal kommen werden. Sollte ich dann doch mal Opfer solch eines Attentats werden und noch am Leben sein, weiß ich auch schon, gegen wen ich juristische Schritte einreichen werde: die Bundesregierung. Worum es faktisch geht ist, wie wir uns in Zukunft verorten wollen. Wenn wir uns für ein freiheitliches System entscheiden, müssen wir mit den Risiken leben. Wenn wir uns für den Abbau von Freiheitsrechten entscheiden, für einen Staat á la Big Brother, dann müssen wir allerdings auch mit dem Risiko solcher Tragödien leben. Denn genau solche Vorgänge führen zur Schaffung eines Nährbodens für Terrorismus. Um es mal überspitzt auszudrücken: Wir töten Zivilisten in Afghanistan und wundern uns dann ernsthaft, dass der Krieg auch in unsere Städte gebracht werden könnte? Welch arrogante, ekelhafte und chauvinistische Einstellung.  

Ausführungen des Herrn Schünemann oder ähnlichen Individuen möchte ich hier mal außen vorlassen. Am meisten hat mich der Vorschlag des Vermummungsverbotes im Internet amüsiert. Bei all diesen Vorkommnissen wundert sich die politische Kaste, dass man sie nur noch als talentfrei ansehen und bezeichnen kann?!

Die Auswüchse des Schwachsinns, der Heuchelei und Unverschämtheiten werden aber auch dieser Tage nicht kleiner. Nach dem Wikileaks am Wochenende mal wieder einige Interessante Dokumente veröffentlichte und zudem angekündigt wurde, dass im Januar Veröffentlichungen zu den Gebaren Banken folgen sollen, die unter anderem Auswüchse von Korruption deutlich machen werden, wird Julian Assange wegen angeblicher Vergewaltigung von Interpol mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Ob dies inszeniert ist, kann ich nicht beurteilen. Naheliegend wäre es sicherlich. Sollte dem so sein, und ich verbleibe bewusst im Konjunktiv, wäre dass die Offenbarung dessen, in welchem Schweinesystem wir „mittlerweile“ in den westlichen Industriestaaten leben. Wie gesagt: Hätte, wäre, könnte. Nicht, dass ein Hinterbänkler mit porösem Resthirn (© Harald Schmidt) jetzt hyperventiliert und dabei teuren Champagner auf Olga, seine Lieblings-Zwangsprostituierte aus Russland, verschüttet, die ihm von einem russischen „Geschäftsmann“ bezahlt wurde, damit der Hinterbänkler ein gutes Wort für die Interessen dieser Firma in irgendeinem ostdeutschen Landtag einlegt. Öl ist dicker als das pulsierende Blut der Gerechtigkeit…

Unsere Politiker sprechen bei all den Wikileaks-Veröffentlichungen jetzt davon, dass bestimmte Dokumente besser geschützt werden müssten. Das ist ja eine wahnsinnig reflektierte und selbstkritische Antwort, die da gefunden wird. Kein Wort wird über die Inhalte bestimmter Veröffentlichungen verloren. Damit meine ich nicht die amüsanten und sehr realistischen Einschätzungen über Horst Seehofer, den Sargnagel von Integration und jedweder Form von Anstand, wie er in der Sarrazin-Debatte bewiesen hat. Wer am rechten Rand, der sich als mehrheitsfähig in der Integrations-Debatte erwiesen hat, fischt, muss sich über entsprechende Einschätzungen nicht wundern. Das erinnert mich doch glatt an den Aussetzer von Ulla Kock am Brink, die mal den Begriff Nazi-Tote, in Anführungsstriche gesetzt hat. Wie hat Harald Schmidt damals so schön kommentiert (sinngemäß): Das kann schon mal passieren, wenn man nicht im Thema drin ist oder generell intellektuell am Limit segelt…

Mit dem Schlagwort „Selbstkritik“ meine ich vor allem die interessanten Veröffentlichungen über den Irak-Krieg oder auch Dokumente aus den aktuellen Veröffentlichungen, beispielsweise über die Koalitionsverhandlungen von schwarz-gelb. Diese Veröffentlichungen sind nur konsequent und machen politische Vorgänge, die transparent sein müssten, erst wirklich transparent. Insofern freue ich mich auf die Veröffentlichungen im Januar. Ich halte diese, auch wenn wie angekündigt Banken daran zu Grunde gehen könnten, wichtig und schlussendlich die einzige Möglichkeit, um Auswüchse wie beispielsweise Korruption einzudampfen. Es wirft zudem das richtige Licht auf zu wirtschaftsnahe Regierungen, die über diese Vorgänge wissen, diese aber schlichtweg ignorieren, um die Interessen bestimmter Gruppen zu wahren. Veröffentlichungen von Wikileaks zwingen Politiker dauerhaft zum Handeln. Wie dieser Zwang eingestuft wird sieht man daran, dass Teile der Republikaner in den USA fordern, dass Wikileaks als terroristische Organisation eingestuft werden soll.

Vielleicht helfen diese Publikationen ja dabei auch größere Bevölkerungsschichten zum Umdenken zu bewegen und bestimmte Themen kritischer zu hinterfragen. In diesem Sinne gebe ich die letzten Worte dieses Textes an Ulrike Meinhof: "Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht. Protest ist, wenn ich sage, ich mache nicht mehr mit. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß alle andern auch nicht mehr mitmachen."

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Gesellschaft - Community: Lebensalltag
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Tuesday, 23. november 2010 2 23 /11 /Nov. /2010 23:46

Auch TNA tourt international sowie national, allerdings nicht in der Regelmäßigkeit wie World Wrestling Entertainment. Klar, wer will diesen Schrott auch schon sehen. Um aber meiner selbst auferlegten Pflicht gerecht zu werden, nenne ich nachfolgend die im Titel genannten Daten:

12.11.2010

Nashville, Tennessee

1,200 Zuschauer

 

13.11.2010

Dalton, Georgia

550 Zuschauer

 

14.11.2010

Gainesville, Georgia

1,000 Zuschauer

 

TNA Impact erreichte am 10.11.2010 1,62 Millionen Zuschauer (Rating: 1.16). Reaction sahen 982.000 Zuschauer (Rating 0.7).

von PWAustin316 - veröffentlicht in: Total Nonstop Action Wrestling - Community: Sport
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Tuesday, 23. november 2010 2 23 /11 /Nov. /2010 22:18

WWE hat mal wieder eine internationale Tour, diesmal in Europa, absolviert. Nachfolgend die Zuschauerzahlen der Veranstaltungen in Europa (wrestlingobserver.com): 

 

09.11.2010

WWE Raw

London, England

12,681 Zuschauer

 

10.11.2010

WWE Raw

Innsbruck, Österreich

5,000 Zuschauer

 

11.11.2010

WWE Raw

Nantes, Frankreich

7,200 Zuschauer

 

11.11.2010

WWE Smackdown

Nürnberg, Deutschland

4,900 Zuschauer

 

12.11.2010

WWE Raw

Genf, Schweiz

5,000 Zuschauer

 

12.11.2010

WWE Smackdown

Köln, Deutschland

7,000 Zuschauer

 

13.11.2010

WWE Raw

Mailand, Italien

10,000 Zuschauer

 

13.11.2010

WWE Smackdown

Mannheim, Deutschland

6,000 Zuschauer

 

14.11.2010

WWE Smackdown

Istanbul, Türkei

12.000 Zuschauer

 

WWE Smackdown vom 11.11.2010 erreichte ein Rating von 1.76 mit 2,7 Millionen Zuschauern.

Superstars, einen Tag vorher, erreichte auf WGN ein Rating von 0,56. 627.000 Zuschauer schauten die Show

Raw (08.11.2010) wurde von 4,51 Millionen Menschen gesehen (Rating 3.1).

 

 

von PWAustin316 - veröffentlicht in: World Wrestling Entertainment - Community: Sport
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Monday, 22. november 2010 1 22 /11 /Nov. /2010 17:37

Heute imitiere ich mal mein Idol Franz-Josef Wagner. Ich kann auch sinnentleerte offene Briefe an Hinz und Kunz schreiben. Allerdings mache ich dies nicht für Springer, womit ich mich moralischer im Recht sehe.

Liebe "Terroristen",

in den letzten Tagen konnte ich einiges über Euch respektive Eure Pläne lernen. Ihr wollt Weihnachtsmärkte, Hotels oder gar den Reichstag, das Herzstück unserer Demokratie, in dem schon Hitler seine Thesen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verbreiten durfte, attackieren. Doch ich frage mich: Mit welchem Ziel? Sollte es nur um Terror gehen, ist das Ziel natürlich klar definiert. Sollte es allerdings um Verhaltensänderungen der westlichen Welt gegenüber anderen Staaten gehen, dann sind eure Pläne eher für die Füße.

Warum?

Wir sind Deutsche. D.h.: Wir sind von der gleichen kranken Konsumidee zerfressen, wie auch die Amerikaner oder andere hochindustrialisierte Staaten. Natürlich gibt es nicht die "Deutschen". Es gibt auch nicht "den Moslem" oder "den Terroristen", aber eine große Masse an Menschen in unserem Land ist nicht mehr im Stande zu reflektieren. Wir haben den Bezug zu uns und unserer Umwelt verloren. Wir faseln etwas von Toleranz und stimmen in der Mehrheit den rassistischen Thesen von Thilo Sarrazin zu. Letzterer darf jetzt wohl sogar bei einem Mainzer Karnevalsverein eine Laudatio auf einen Kabarettisten halten. Warum? Weil er im letzten Jahr selbst diesen Preis bereits erhalten hat, obwohl seine Thesen damals schon nicht weniger rassistisch waren. Im karnevalistischen Kleinmut werden die Kritiker dieses Vorgangs als "humorlos" diffamiert. Eine böse Luftnummer, wenn man sich intellektuell im karnevalistischen Dünkel bewegt. Es zeigt aber, wie salonfähig rassistische Thesen mittlerweile wieder in Deutschland sind. Dabei haben wir doch eine so tolle Demokratie. Genau da besteht ja auch die Krux. In der Mehrheit haben sich "die" Deutschen nie für eine Demokratie eingesetzt. Die beiden demokratischen Epochen wurden uns von anderen Ländern mehr oder weniger befohlen. Gerade deshalb ist sie hierzulande so fragil. 

Wir reflektieren derzeit nicht mal, warum Sie überhaupt diese Pläne haben. Gut, ich weiß nicht mal, ob Sie existieren. Luftnummern von Geheimdiensten sind wir ja gewohnt. Auf der anderern Seite ist die Einschätzung, dass uns auch hierzulande Anschläge drohen nur realistisch. Es ist schon bizarr: Wir werfen Bomben auf Zivilisten in Afghanistan, wir (die westliche Zivilisation) führen Konzentrationslager (Guantanamo Bay), tote Zivilisten sind für uns Kollateralschäden und schlussendlich wundern wir uns oder sind empört, dass es Menschen gibt, die uns abgrundtief hassen. Ich könnte jetzt sagen: Es stehen nicht alle hinter dieser Politik. Dies ist auch so und wer meinen Ausführungen folgt wird merken, dass ich diese Politik von Grund auf ablehne. Doch was machen wir dagegen? So gut wie nichts.

Wie komme ich zu dieser Annahme?

Wir haben unsere Metzger selbst gewählt. Wir haben uns über die Finanzkrise und die bösen Banker aufgeregt und dann schwarz-gelb gewählt. Diese Koalition ist ein Büttel der Wirtschaft. Und was machen wir? Wir regen uns darüber auf. Wir haben Hitler gewählt und uns nach dem Krieg pro forma über seine Unmenschlichkeit echauffiert. Im nachhinein war dann jeder ein Freiheitskämpfer. Um zu beweisen, dass nicht jeder Deutsche ein Nazi war, wählen wir Avatare aus den Kreisen der ATTENTÄTER (aus damaliger Sicht auch Terroristen; es liegt ergo im Auge des Betrachters, wer Terrorist ist und wer nicht), die wir als Symbolfigur der Freiheit wähnen und erklären, obwohl sie kleine, angepisste, von Macht Getriebene waren, die nur ihren Vorteil im Blick hatten und nicht die Erlösung eines Volkes aus dem Würgegriff einer Terrorherrschaft. Geschichtsklitterung par excellence...

Wir haben eine Regierung die anderen Ländern erklärt, wie man mit einer Finanzkrise richtig umgeht. Wir, die Exportweltmeister. Wir, die wir unseren Wohlstand auf Kosten anderer aufrechterhalten. Wir sind Exportweltmeister, weil die Masse der Bevölkerung am Aufschwung nicht beteiligt wird. Wir sind reich, weil wir unsere Waren, die wir überproduzieren an die 3. Welt weitergeben und dort Selbstversorgungsstrukturen zerstören. In Waffenexporten sind wir ebenso sehr groß und forcieren somit Unterdrückung, Hass und Gewalt in anderen Ländern, um dann in Gremien und Konferenzen über Friedenslösungen zu schwadronieren. Pervers... 

Wir echauffieren uns über das Schächten von Tieren bei Muslimen, fressen aber selbst tagtäglich Dreck. Wir bauen Farmen für abertausende von Hühnern und Puten. Diese mästen wir solange, bis sie sich die Beine brechen und nicht mehr bewegen können und ihren eigenen Fäkalien liegen. Aber: Die anderen sind doof...Faktisch zeigt sich aber am Umgang mit Tieren die Geisteshaltung eines Menschen. Da kann ich uns nur ein unterirdisches Zeugnis ausstellen. Das zeigt sich dann auch in Debatten um Integration etc. Wir sind so dreist, arrogant und ignorant, dass wir lediglich eine einseitige Integrationsleistung fordern. Das ist chauvinistisch. Beim Nachbarschaftsfest nehmen wir gerne die türkischen Köstlichkeiten der Nachbarin. Dann hat sich der Spaß im Umgang aber auch schon wieder erledigt und der Chauvinismus prägt den alltäglichen Umgang.

Wir haben Politiker, aber auch Medienschaffende, die die drohenden Anschläge dazu missbrauchen, neue Sicherheitsgesetze zu fordern. Nach dem die erste Bombe hochgegangen ist, wird auch die Bevölkerung auf dieser Welle mitschwimmen. Wir zeigen dann genau die Visage, die Sie uns vorwerfen. Dann folgen Sätze wie "Ich hab ja nix zu verbergen", die an mangelnder Reflektion nicht zu überbieten sind.

Die Angst vor Euch ist diffus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich morgen überfahren werde, ist ungleich größer. Daran ändert der erste Anschlag auch nichts. Ich möchte nicht, dass Anschläge stattfinden. Ich bin aber auch nicht dazu bereit noch mehr freiheitliche Rechte aufzugeben. Zumal die Aufgabe dieser Rechte nicht nur der Vereitelung von Anschlägen dient, was per se auch schon eine diffuse Annahme ist, sondern eine Bevölkerung unter Generalverdacht stellt. 

Warum "wir"? Im Gegensatz zu Sarrazin und seinen Jüngern sehe ich alle Menschen, die hier leben, zu uns gehörig. Ausnahmslos alle, da ich einem Staat leben möchte, der keine Unterschiede macht, in dem Solidarität, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gelebt werden.

Realistisch gesehen muss ich mich aber wohl neben diese Gesellschaft stellen und kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, wie sie sich ihr eigenes Grab schaufelt. Der "pädagogische" Effekt von Anschlägen wird, das liegt aber auch in ihrer Grausamkeit begründet, ausbleiben. Wir werden weiter gegen die Wand rennen. Die gleichen Fehler begehen. Bis zum Ende. Dann geht alles wieder auf Anfang. Vielleicht gehört das zur menschlichen Natur. Vielleicht ist das der von Freud beschriebene Todestrieb. Wir haben den Krieg zu euch gebracht - jetzt bringt ihr den Krieg uns. Das ist grausam, aber logisch. Warum wir die moralisch Überlegenen spielen, weiß ich nicht. Wir verbergen unsere Grausamkeit und fehlende Moral unter einer schöneren Flagge. Unsere Propaganda ist "besser". Sie hat einen schöneren Anstrich. Wir können besser lügen. Darunter sieht es aber gleich aus.  

Die letzten Worte dieses Briefes, den sich noch stundenlang in diesem Stile fortsetzen ließe, möchte ich Karl Popper überlassen: "Wir müssen für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grunde als dem, dass nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann."





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